Haartransplantation in Deutschland – Warum ist die OP teurer? Welche Ärzte gibt es und lohnt es sich überhaupt?

Haartransplantation Deutschland

Kurzer geschichtlicher Ausflug:

Was 1939 in Japan seinen Ursprung fand, breitet sich heutzutage überall auf der Welt und in Deutschland aus.

Damals war die Haartransplantation bei Brandopfern vorgesehen. Erst später in den 80ern war es ein Münchner Arzt, der durch sein einzigartiges Verfahren zu einem der ersten Ärzte weltweit im Bereich der Haartransplantation gehörte. Das jedenfalls kurz zur Geschichte 😉

Wenn du nach einer Haartransplantation Deutschland suchst, kannst du inzwischen knapp 90 Ärzten finden. Und das nicht nur in den größeren Städten wie München, Köln oder Berlin.

Auch kleinere Praxen in unbekannteren Regionen sind mit den modernen Verfahren der Haarchirurgie vertraut. Kosten und Methoden unterscheiden sich natürlich, je nach Standort und angewandter oder erlernter Techniken.

Warum Haartransplantationen in Deutschland die bessere Wahl ist

Weitgehend unbekannt ist, dass der Begriff „Schönheitschirurg“ keine geschützte Facharztbezeichnung darstellt und damit jeder x-beliebige Zahnarzt diese Bezeichnung verwenden darf. Es spielt noch nicht einmal eine Rolle, ob derjenige überhaupt studiert hat. Komplizierte und ästhetische Korrekturen, zu denen auch die Haartransplantationen gehören, sollten aber entsprechenden Qualitätskriterien entsprechen. Nur dann können unnötige Risiken ausgeschlossen werden.

In Deutschland findet man beispielsweise Fachärzte für plastische und ästhetische Chirurgie, dessen Berufsbezeichnung darauf schließen lässt, dass diese über die nötige Kompetenz, Routine und Sensibilität verfügt. In der Türkei mag es zwar um einiges günstiger sein, qualifizierte Schönheitschirurgen zu finden könnte dort allerdings ein Problem werden.

Warum ist die Haartransplantation in Deutschland teurer?

Sicherlich ist dir schon aufgefallen, dass du für eine Haartransplantation in Deutschland viel mehr bezahlst als im Ausland. Viele deutsche Ärzte würden vielleicht jetzt erwähnen, dass es am Qualitätsstandard liegt, der im Ausland deutlich geringer sei – und somit versuchen indirekt für ihre eigene Klinik zu werben.

Doch lass mich dir sagen: So einfach ist es eben nicht!

Denn es gilt:

Teurer ist nicht gleich besser!

Gewiss gibt es viele gute deutsche Kliniken und viele schlechte Kliniken im Ausland. Aber diesen Satz könnte man auch problemlos umdrehen. Ich zum Beispiel habe meine OP im Ausland gemacht und bin höchstzufrieden. Den Bericht hierzu kannst du hier nachlesen.

Ich will das Thema hier nicht all zu sehr anschneiden, da ich es ausführlich hier im Artikel „Haartransplantation Kosten“ erläutert habe. Aber hier nochmal:

Mindestens zwei Gründe sind für den höheren Preis der Haarverpflanzung in Deutschland verantwortlich:

  1. Die Gebührenordnung für Ärzte (kurz: GOÄ)
  2. Höhere Personalkosten

Fangen wir mal mit dm ersten Punkt an – die GOÄ!

#1 Gebührenordnung für Ärzte

Eine Haartransplantation kann nicht einfach mal 30.000 € kosten. Es gibt einen Mindest- und einen Höchstpreis, was so eine Haar-OP kosten darf. Dieser wird in der GOÄ geregelt. Ärzte in Deutschland sind dazu verpflichtet, sich daran zu halten, sonst machen sie sich strafbar!

Ein Graft (die Haarwurzel, die während der OP entnommen wird) darf maximal 4,66 € kosten , die ganze OP aber 14.490 €. Wir nehmen an, du würdest 3000 Grafts benötigen. Dann wärst du bei unserer Rechnung (4,66 € x 3000) bei 13980 €.

Die Preise für eine Haartransplantation in Deutschland können die Kliniken nicht willkürlich festlegen. Es gibt einen Katalog über die Gebühren ärztlicher Leistungen, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden, beziehungsweise aller Leistungen für privatversicherte Patienten. Dieser nennt sich GOÄ. Darin sind die Mindest- und Höchstpreise der einzelnen Leistungen festgelegt. Alle Ärzte sind dazu verpflichtet sich danach zu richten. Ansonsten würden sie sich strafbar machen. Innerhalb dieses Rahmens kann jeder Arzt und jede Klinik ihre eigenen Kosten für die Haartransplantation in Deutschland festlegen. Die kompletten Kosten einer Haarverpflanzung sind dort nicht genannt. So gibt es für die lokale Narkose der Entnahme- und Empfängerstelle sowie für die Wundversorgung nach der Operation einen Festpreis. Für die Haartransplantation in Deutschland wird der Preis pro Graft in der GOÄ vorgeschrieben. Als Graft wird eine Haarwurzel bezeichnet, die bei der FUE Haartransplantation entnommen und wiedereingesetzt wird. Derzeit dürfen die Ärzte dafür maximal 4,66 Euro berechnen. Wie viele Grafts bei Ihnen nötig sind, wird in der Voruntersuchung festgelegt. Die Haartransplantation in Deutschland Preise können maximal zwischen etwa 3.900 und 14.490 Euro liegen. Der Durchschnittspreis eines einzelnen Grafts im Rahmen einer Haartransplantation in Deutschland liegt bei 3,29 Euro. So kommt bei der Transplantation zwischen 800 und 3.500 Haarwurzeln auf einen Gesamtpreis von etwa 2.600 und 11.500 Euro.

 

 

Da jeder Mensch individuell betrachtet werden muss, kann auch die Kostenfrage nicht pauschal beantwortet werden. Die tatsächlichen Kosten hängen von der Art des Haarausfalles und dem verwendeten Verfahren ab. So können die FUE-Verfahren teurer sein, als es bei den FUT-Methoden der Fall ist. Je nach Standort in Deutschland schwanken die Preise dann zudem, weswegen sich womöglich weitere Anreisen lohnen könnten.

Berechnet wird pro Graft, wobei beispielsweise Berlin mit etwa 3,80 Euro eher teuer ist. Grob getrennt lässt sich festhalten, dass eine Haartransplantation in Deutschland zwischen 2.500 Euro und 11.500 Euro kosten kann.

Verwendete Methoden einer Haartransplantation in Deutschland

Die Punch Methode, auch Stanztechnik genannt, gehört inzwischen zu den nicht mehr verwendeten Techniken, da durch sie sehr unnatürlich aussehende Ergebnisse erzielt werden. Am inzwischen häufigsten verwendet, wird die Einsetzung von Mini- oder Micrografts. Dem Haarkranz werden behaarte Hautstreifen entnommen und in kleine Hautteile zerkleinert. Diese Minigrafts können dann in die entsprechend kahlen Hautbereiche implantiert werden. Unter örtlicher Betäubung dauert eine Transplantation zwischen 3 und 9 Stunden.

Bei der FUI oder FUT Technik handelt es sich um eine weiterentwickelte Methode aus dem MMG-Verfahren. Auch hier entnimmt man dem Haarkranz Hautstreifen. Dann werden diese jedoch in ihre follikularen Einheiten aufgespalten, also in einzelne Haare. Diese können im Anschluss an die vorbereiteten Hautpartien eingepflanzt werden.

Ebenfalls sehr neuartig und modern sind so genannte Haartransplantationsroboter. Diese Technik stammt aus den USA, ist aber seit kurzem auch in Deutschland möglich. Kliniken mit einer derartig teuren Ausstattung sind bislang aber noch selten. Dennoch sind die Ergebnisse vielversprechend, denn Narben werden komplett vermieden.

Wird eine Haartransplantation in Deutschland von der Krankenkasse übernommen?

Eine vielgestellte Frage aus dem Netz, dennoch muss sie auch hier mit einem Nein beantwortet werden. Immerhin handelt es sich bei einer  Haartransplantation um keine medizinische Notwenigkeit. Somit sind also nicht nur die Kosten selbst zu tragen, auch mit Risiken muss gerechnet werden, wenn man anstelle von Qualität auf den Preis achtet. Trotz allem kann die Haartransplantation eine nachhaltige Lösung darstellen, immerhin ist volles Haar ein Ausdruck von Fruchtbarkeit, Vitalität und Gesundheit.

 

Auch wenn Haarausfall für Männer ein schwieriges Thema ist, darf dabei die Vernunft nicht auf der Strecke bleiben. Jede Operation birgt ein Risiko. Dabei ist es völlig unerheblich, ob der Eingriff in Deutschland oder in einem anderen Land vorgenommen wird. In jedem Fall muss darauf geachtet werden, dass eine moderne und ausgereifte Methode verwendet wird. Eine hervorragende Klinik in Polen oder Ungarn kann durchaus besser sein als eine schlechte Klinik in Deutschland.

 

 

 

 

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